Wer steht auf deinem Sockel?

Gehörst du auch zu den Leuten, die andere gerne auf den Sockel stellen? Die so beeindruckt sind von anderen, die etwas „drauf“ haben, dass sie gleich ihr persönliches Vorbild daraus machen?

Ich war da sehr gut darin, den von mir ernannten Gurus nachzueifern, und habe die Vorbilder im Außen regelmäßig gewechselt. Sobald ich erkennen durfte, dass der (bei mir waren es ausschließlich Männer!!? -aber das ist wieder ein anderes Thema) auch nicht so perfekt ist wie ich dachte, musste schon ein neuer auf den Sockel. Ein leerer Sockel hätte Unbehagen in mir ausgelöst und mir ein Gefühl von Leere und Orientierungslosigkeit vermittelt. Die Idee mich selbst für genug zu halten, um diesen Platz für mich einzunehmen, kam mir nie (bis ich Martin begegnete, der mich daran hinderte ihn auf den Sockel zu heben).

Das ich selbst die Hauptrolle in meinem Lebensfilm übernehmen sollte, um ein erfülltes Leben führen zu können, war mir unbekannt. Nachdem ich das erste Mal damit konfrontiert wurde, dass ich mich an erste Stelle setzen sollte, kamen Gedanken auf wie: Egoismus, „eingebildet sein“ und „überheblich rüber kommen“ und kam mir deshalb nicht passend vor.

Ich jagte im Außen nach Erkenntnissen und hoffte auf die Hilfe von einem dieser, von mir ernannten Gurus. Irgendwann würde ich bestimmt jemanden finden, der mir auf die Schulter klopft und dabei sagt „Du bist geheilt“.

Was ich nicht wusste:

  1. Heilung findet nie im Außen statt
  2. Nacheifern, nachlaufen, kopieren und auf den Sockel stellen, sind nichts anderes als Angriffe auf die Einzigartigkeit des Vorbildes und ein Versuch denjenigen/diejenige mit den eigenen Erwartungen unter Druck zu setzen.

Man könnte meinen, dass es doch etwas Gutes für den/die „Angebetete(n)“ ist, auf einen Sockel erhoben zu werden. Doch die Wahrheit ist viel mehr, dass diese Aktion höchstens dessen Ego bestärken würde – und wer will das schon? Bekanntlich ist das Ego das teuerste „Haustier“ das man sich halten kann. Es beraubt einen der schönen liebevollen Momente im „Alleins“ und bringt einen in Situationen, in denen man gar nicht sein will.

Ich wünsche dir, dass du erkennst, dass du ein einzigartiges Wesen voller Wunder bist! „Herumdoktern“ im Außen ist nur Ablenkung von dir selbst und deiner Schöpferkraft.
Die Religionen haben schon vielen unserer Vorfahren und dadurch auch uns gelehrt, dass es jemanden braucht, der uns sagt was zu tun ist, und ob wir gut oder böse sind. Der Zweck dahinter? Manipulation und Machtmissbrauch. Ein Mensch, der in der Selbstverantwortung ist, ist frei und in seiner Schöpferkraft und damit nicht mehr für fremde Zwecke einsetzbar.

Du brauchst solange Reize im Außen, bis du erkennst, dass du sie nicht brauchst. Oder wie Laotse es sagt: „Leiden ist solange notwendig, bis du erkennst, dass es nicht notwendig ist!“

Du trägst ALLES was du für dieses Leben brauchst bereits in dir! So wie ein Samenkorn, dass in den Acker fällt, genau weiß was es zu tun hat, so weißt du über deinen Weg, den du seit jeher gehen möchtest Bescheid.

Ich möchte dir heute eine Übung mit auf den Weg geben, die für mich von unbeschreiblichem Wert war und immer noch ist, um mit mir selbst in Kontakt zu kommen:
Nimm den Kontakt zu deiner inneren Weisheit auf, indem du im Außen ruhig wirst. Übe dich eine gewisse Zeit darin nur zu sprechen, wenn du gefragt wirst. Dann beschränke die Anzahl deiner Worte auf die direkte Beantwortung der gestellten Frage und kehre wieder in die Stille zurück. Wenn du etwas wissen willst, frage dich selbst und beobachte was passiert. Mache die Übung solange bis du dich wohl damit fühlst. (Ich dachte beim ersten Mal als ich diese Übung praktizierte, dass ich gleich platze!)

Vielleicht magst du mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen mit dieser Übung berichten.

Alles Liebe

Anja

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